{"id":163390,"date":"2014-09-15T07:16:19","date_gmt":"2014-09-15T05:16:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=163390"},"modified":"2014-09-22T07:04:45","modified_gmt":"2014-09-22T05:04:45","slug":"der-lautenbach-plan-1931-teil-4-moeglichkeiten-einer-konjunkturbelebung-durch-investition-und-kreditausweitung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/der-lautenbach-plan-1931-teil-4-moeglichkeiten-einer-konjunkturbelebung-durch-investition-und-kreditausweitung\/","title":{"rendered":"Der Lautenbach-Plan 1931 &#8211; Teil 4: M\u00f6glichkeiten einer Konjunkturbelebung durch Investition und Kreditausweitung"},"content":{"rendered":"<p>Schon bei der Vorlage <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/der-lautenbach-plan-1931-teil-3-produktive-kreditschoepfung-als-notmassnahme-gegen-die-depression\/\" title=\"Der Lautenbach-Plan 1931 \u2013 Teil 3: Produktive Kreditsch\u00f6pfung als Notma\u00dfnahme gegen die Depression \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">seines Plans<\/a> zur Bek\u00e4mpfung der Auswirkungen der Weltwirtsschaftskrise im Deutschen Reich im September 1931 ahnte Wilhelm Lautenbach bereits, dass er es gegen die \u00fcblichen Bedenkentr\u00e4ger nicht leicht haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p><center><a title=\"Preisbereinigtes Bruttosozialprodukt im Deutschen Reich um die Weltwirtschaftkrise von Alex1011 [CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0) or GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ABSPDRWeltkrise.PNG\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Preisbereinigtes Bruttosozialprodukt im Deutschen Reich um die Weltwirtschaftkrise\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c0\/BSPDRWeltkrise.PNG\/512px-BSPDRWeltkrise.PNG\"\/><\/a><\/center><\/p>\n<p>So erg\u00e4nzte er seinen Vorschlag zur Konjunturankurbelung mittels Arbeitsbeschaffung, Investitionen und Ausweitung der Kredite mit einem Kapitel \u00fcber m\u00f6gliche Einw\u00e4nde gegen seine Ideen.<\/p>\n<p>Damit wappnete er sich vor allem gegen zwei Einw\u00e4nde, die seiner Ansicht nach haupts\u00e4chlich gegen sein Konzept vorgebracht werden w\u00fcrden:<\/p>\n<p>1. W\u00e4re eine solche Politik nicht ein R\u00fcckfall zu den falschen Entscheidungen der Vergangenheit, mit denen ja offensichtlich die grassierende Krise mitverursacht wurde? Schlie\u00dflich war es doch der \u00fcberm\u00e4\u00dfige \u00f6ffentliche Aktivismus, der mit unn\u00f6tigen und zu hohen Ausgaben die schwierige Situation der \u00f6ffentlichen Finanzen mit geschaffen und damit auch zur Abh\u00e4ngigkeit des Reichs von ausl\u00e4ndischem Kapital gef\u00fchrt hatte? <\/p>\n<p>2. Und schlie\u00dflich stelle sich die Frage, wie solche Vorhaben finanziert werden k\u00f6nnten, da ja \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum Kapital weder im In- noch im Ausland zur Disposition st\u00e4nden.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Nach Lautenbach lie\u00df sich der erste Einwand recht einfach widerlegen: F\u00fcr ihn bestand der Hauptfehler der staatlichen Wirtschaft in der Vergangenheit haupts\u00e4chlich darin, dass man zuviel und dies auch noch zum falschen Zeitpunkt getan habe. \u00d6konomisch sei es vor allem vern\u00fcnftig, \u00f6ffentliche Ausgaben in Zeiten aufstrebender Konjunktur zur\u00fcckzufahren und eben in Phasen nachgebender Konjunktur verst\u00e4rkt zu forcieren. <\/p>\n<p>Eine \u00fcbertriebene \u00f6ffentliche Investition in &#8222;guten&#8220; Zeiten sei ein Fehler, den man aber nicht damit wiedergutmachen k\u00f6nne und d\u00fcrfe, indem man sich in der Krise weiterhin zur\u00fcckhalte und notwendige staatliche Arbeitsbeschaffung unterlasse.<\/p>\n<p>Weiter schrieb er:<\/p>\n<blockquote><p><b><br \/>\nDer zweite Einwand, da\u00df langfristiges Kapital f\u00fcr uns weder im Inland noch im Ausland jetzt zu beschaffen ist, ist richtig. <\/p>\n<p><em>Die Konsequenz aus dieser Feststellung ist aber nicht, da\u00df man demzufolge Arbeiten der vorgeschlagenen Art nicht ausf\u00fchren k\u00f6nne, sondern, da\u00df man sie zun\u00e4chst kurzfristig finanzieren mu\u00df.<\/em> <\/p>\n<p>Ist das kreditpolitisch m\u00f6glich und zul\u00e4ssig?<\/b><\/p>\n<p><em>Wilhelm Lautenbach: M\u00f6glichkeiten einer Konjunkturbelebung durch Investition und Kreditausweitung, 9. September 1931, S. 5<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Bedingungen f\u00fcr die formale und materielle <a href=\"http:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/Definition\/liquiditaet.html#head1\" title=\"Definition \u00bb Liquidit\u00e4t \u00ab | Gabler Wirtschaftslexikon\" target=\"_blank\">Liquidit\u00e4t<\/a> der Kreditwirtschaft<\/b><\/p>\n<p>Die Aussicht auf eine m\u00f6gliche kurzfristige Finanzierung sei von der Liquidit\u00e4t der deutschen Kreditwirtschaft abh\u00e4ngig, also von der F\u00e4higkeit der Banken, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen bzw. gesamtwirtschaftlich gesehen von ihrer optimalen Versorgung mit Zahlungsmitteln.<br \/>\nDiese h\u00e4nge formal nat\u00fcrlich von dem entsprechenden R\u00fcckhalt durch die Reichsbank als deutsche Notenbank ab, die mit ihrer Geldpolitik die Liquidit\u00e4t einer Volkswirtschaft den Erfordernissen der Konjunktur anpassen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Dieser R\u00fcckgriff auf das Potential der Reichsbank sei abh\u00e4ngig von der Ausweitung der Bargeldnachfrage, die mit der Krediterweiterung und der Produktionsausweitung erfolgen werde sowie einer m\u00f6glichen Steigerung des Devisenbedarfs. <\/p>\n<p>Die Steigerung des Bargeldbedarfes durch \u00f6ffentliche Arbeitsbeschaffung werde haupts\u00e4chlich durch die zus\u00e4tzliche w\u00f6chentliche Lohnsumme und die Dauer ihrer Zirkulation innerhalb der Volkswirtschaft festgelegt. Aufgrund der Eigenheiten des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaftskreislauf\" title=\"Wirtschaftskreislauf \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Wirtschaftskreislaufs<\/a> mit der st\u00e4ndigen wiederholten Abfolge von Lohnauszahlungen und Konsum-\/Investitionsausgaben w\u00fcrde der Bargeldumlauf im Aufschwung weit hinter der Steigerung der Produktion sowie der Ausweitung der Kredite zur\u00fcckbleiben. <\/p>\n<p>Somit w\u00e4re auch eine Erweiterung des Notenumlaufs der Reichsbank innerhalb obiger Vorgaben g\u00e4nzlich unbedenklich. In diesem Rahmen w\u00fcrde dann die Reichsbank den Banken faktisch eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rediskont\" title=\"Rediskont \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Rediskont<\/a>garantie geben k\u00f6nnen, so dass es keine Probleme geben w\u00fcrde, solche Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen durch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diskontgesch%C3%A4ft\" title=\"Diskontgesch\u00e4ft \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">diskontf\u00e4hige<\/a> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wechsel_(Urkunde)\" title=\"Wechsel (Urkunde) \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Wechsel<\/a> finanzieren zu lassen.<\/p>\n<p>Unter den materiellen Liquidit\u00e4tsbedingungen verstand Lautenbach die Vorraussetzung, dass eine Kreditexpansion innerhalb einer Volkswirtschaft von deren Kreditinstituten eigenst\u00e4ndig, d. h. ohne eine Verschlechterung der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Devisenbilanz\" title=\"Devisenbilanz \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Devisenbilanz<\/a>, vorgenommen werden m\u00fcsse.<br \/>\nGel\u00e4nge dies nicht, so w\u00fcrde eine Verschlechterung der Devisenbilanz anzeigen, dass eine Finanzierung solcher Projekte nur mit realem Auslandskapital m\u00f6glich w\u00e4re. Darin sah Lautenbach letztlich die entscheidende Frage: Da der deutsche Auslandskredit bereits \u00fcber Geb\u00fchr belastet sei, m\u00fcsse bereits im Voraus gekl\u00e4rt werden, ob und wie bei solchen Investitions- und Kreditvorhaben inflation\u00e4re Auswirkungen verhindert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><b>Koppelung von positiven und negativen Ma\u00dfnahmen<\/b><\/p>\n<p>So kam Lautenbach zu der Ansicht, dass sich die von ihm vorgeschlagene Politik nur dann verantworten lie\u00dfe, wenn man Vorkehrungen tr\u00e4fe, um bestimmte nachteilige \u00f6konomische Folgen verhindern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Demnach m\u00fc\u00dften die positiven Ma\u00dfnahmen, also Arbeitsbeschaffung und Kreditausweitung, zwingend von negativen, preissenkenden Ma\u00dfnahmen begleitet werden. Unmittelbar sollten die Bek\u00e4mpfung m\u00f6glicher Kartelle mit einer planm\u00e4\u00dfigen Senkung monopolistischer Preise folgen, l\u00e4ngerfristig h\u00e4tten vor allem Lohnreduzierungen Auswirkungen auf die Preisrelationen, da aufgrund der Konkurrenzsituationen der Unternehmer und bei entsprechender Verwendung der bisherigen Produktions\u00fcbersch\u00fcsse mit weiteren Kostensenkungen zu rechnen w\u00e4re.<\/p>\n<p>So k\u00f6nne es m\u00f6glich sein, mit der richtigen Dosis positiver und negativer Handlungen die Konjunktur auch bei noch sinkenden Preisen anzukurbeln.<\/p>\n<blockquote><p><b><br \/>\nWir k\u00f6nnen und d\u00fcrfen es nicht bei dem blo\u00df passiven Verhalten der Konsumeinschr\u00e4nkung bewenden lassen, sondern m\u00fcssen sie als Mittel zur Produktionssteigerung verwenden.<\/p>\n<p>Hierbei ist entscheidend, da\u00df Sparen und produktive Nutzung des Ersparten vollkommen Hand in Hand gehen.<\/b><\/p>\n<p><em>Wilhelm Lautenbach: M\u00f6glichkeiten einer Konjunkturbelebung durch Investition und Kreditausweitung, 9. September 1931, S. 6<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Trotz eines Au\u00dfenhandels\u00fcberschusses (damals betrug er immerhin ca. 1,5 Milliarden Reichsmark) zeigten Absatzprobleme im Inneren und ungenutzte Produktionskapazit\u00e4ten einen sehr gro\u00dfen bis dahin nicht genutzten Produktionsspielraum an.<br \/>\nF\u00fcr Lautenbach war es wirtschaftlich rationell und vollkommen unbedenklich, diesen Spielraum im Wege des Kredits f\u00fcr Arbeitsbeschaffung nutzbar zu machen und so die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im Inland wieder herzustellen, um der Produktion eine neue und sinnvollere Ausrichtung zu geben. <\/p>\n<p>Er warnte damals ganz klar davor, dass eine Unterlassung einer solchen Politik unweigerlich zu einer weiteren Versch\u00e4rfung der Krise mit fortgesetzter Zerr\u00fcttung von Wirtschaft und Staatsfinanzen f\u00fchren w\u00fcrde. Jetzt, so schrieb er, habe man noch das Heft des Handelns in der Hand und k\u00f6nne mit zus\u00e4tzlichen Ausgaben wom\u00f6glich noch das Schlimmste verhindern. <\/p>\n<p><b>M\u00f6gliche Inflationsrisiken durch kurzfristige Verbindlichkeiten?<\/b><\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df seiner Ausf\u00fchrungen versuchte Lautenbach noch die Bedenken hinsichtlich eventueller Inflationsgefahren zu zerstreuen. Haupts\u00e4chlich ging es ihm dabei um die Beantwortung zweier entscheidender Fragen:<\/p>\n<p>Gebe es ein Inflationsrisiko, wenn kurzfristige Kredite nicht m\u00f6glichst bald in l\u00e4ngerfristige Schuldverh\u00e4tnisse umgewandelt w\u00fcrden? Und best\u00e4nde \u00fcberhaupt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine soche <a href=\"http:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/Definition\/fundieren.html\" title=\"Definition \u00bb fundieren \u00ab | Gabler Wirtschaftslexikon\" target=\"_blank\">Fundierung<\/a> kurzfristig durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nne?<\/p>\n<p>Zur ersten Frage nach den Inflationsrisiken definierte Lautenbach die Faktoren, die f\u00fcr die Wirksamkeit der Kredite ma\u00dfgebend seien:<br \/>\ndie Gr\u00f6\u00dfe der schon vorhandenen Vorr\u00e4te und der gegenw\u00e4rtig ermittelbare Produktions\u00fcberschuss, die weitere Entwicklung dieses \u00dcberschusses durch die Senkung von L\u00f6hnen und Geh\u00e4ltern (die dadurch entstehende zus\u00e4tzliche gesamtwirtschaftliche &#8222;Ersparnis&#8220;), das Volumen und die Schnelligkeit der Kreditausweitung, das Tempo und die Dimension der Produktionssteigerung und die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umlaufgeschwindigkeit_(Geld)\" title=\"Umlaufgeschwindigkeit (Geld) \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Umlaufgeschwindigkeit<\/a> von Bargeld und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sichteinlage\" title=\"Sichteinlage \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Sichtguthaben<\/a>. <\/p>\n<p>F\u00fcr die damaligen Verh\u00e4ltnisse h\u00e4tte eine solche Ma\u00dfnahme so aussehen k\u00f6nnen:<br \/>\nBei einer Senkung des Lohn- und Gehaltsniveaus von beispielsweise 5 % w\u00fcrde in einem halben Jahr die gesamtwirtschaftliche Nachfrage um etwa ein halbe Milliarde Reichsmark eingeschr\u00e4nkt. Zum Ausgleich m\u00fc\u00dften dann ca. 500.000 Arbeiter bzw. Lohnempf\u00e4nger mit einem Durschnittsgehalt von 2.000 RM neu eingestellt werden, nur um diese Konsumeinschr\u00e4nkung ann\u00e4hernd kompensieren zu k\u00f6nnen.  <\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/der-lautenbach-plan-1931-teil-5-beispiel-eines-bau-und-beschaffungsprogrammes-durch-die-reichsbahn\/\" title=\"Der Lautenbach-Plan 1931 \u2013 Teil 5: Beispiel eines Bau- und Beschaffungsprogrammes durch die Reichsbahn \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">n\u00e4chsten Beitrag<\/a> soll dieser Effekt durch ein von Lautenbach selbst entworfenes Beispiel eines Bau- und Besch\u00e4ftigungsprogrammes der Deutschen Reichsbahn n\u00e4her erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p>Festzuhalten bleibt zum vorl\u00e4ufigen Abschlu\u00df, dass durch eine Nutzung der bis dahin brachliegenden Vorr\u00e4te bzw. Produktions\u00fcbersch\u00fcsse vor allem die Bankschulden verringert w\u00fcrden, da die Unternehmen durch den zus\u00e4tzlichen Konsum erh\u00f6hte Ums\u00e4tze und damit auch zus\u00e4tzliche Einnahmen erzielten. Somit w\u00fcrden f\u00fcr die neuen Fianzierungskredite keine h\u00f6heren Verbindlichkeiten eingegangen, sondern nur Umschichtungen innerhalb der Kreditsph\u00e4re vorgenommen. <\/p>\n<p>Durch die Lohnsenkungen in der \u00fcbrigen Wirtschaft w\u00fcrden die zus\u00e4tzlichen Gehaltszahlungen im Zuge der Arbeitsbeschaffung fast ausgeglichen, gleichzeitig sorge die damit verbundene Verringerung der Produktionskosten bei gleichbleibendem Absatz f\u00fcr einen st\u00e4rkeren Gewinn bei den nicht an diesen Ma\u00dfnahmen beteiligten Firmen. Der letzte Ansporn f\u00fcr eine Ausdehnung der Gesamtproduktion w\u00fcrde dann durch die R\u00e4umung der Lagerbest\u00e4nde der Lieferanten f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Arbeiten erfolgen. <\/p>\n<p>Damit w\u00e4re insgesamt auch eine m\u00f6gliche Inflationsgefahr durch steigende G\u00fcterpreise faktisch nicht gegeben.<\/p>\n<p>Lautenbach schrieb dazu weiter:<\/p>\n<blockquote><p><b><br \/>\nDie Voraussetzung daf\u00fcr wird aber sein, da\u00df sie dann von ihren Banken wieder neuen Kredit bekommen. <\/p>\n<p>Dann wiederholt sich [&#8230;] der vorher geschilderte Proze\u00df: neuer Kredit, Neueinstellung von Arbeitern, vermehrte Nachfrage, [&#8230;]. Damit Verschiebung des Verh\u00e4ltnisses von Angebot und Nachfrage, bisher nicht absetzbare Ware findet Absatz. <\/p>\n<p>Hiermit setzt also die eigentliche, die Gesamtproduktion belebende Bewegung ein&#8230;<\/b><\/p>\n<p><em>Wilhelm Lautenbach: M\u00f6glichkeiten einer Konjunkturbelebung durch Investition und Kreditausweitung, 9. September 1931, S. 9<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Zus\u00e4tzlich best\u00e4nde auch noch die M\u00f6glichkeit, dass bisher im Ausland angelegtes deutsches Kapital wieder an die deutschen Wertpapierm\u00e4rkte zur\u00fcckf\u00e4nde, um an diesem Aufschwung partizipieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Frage nach der M\u00f6glichkeit einer z\u00fcgigen Umwandlung kurzfristiger in langfristige Kredite beschied Lautenbach mit einer positiven Antwort:<br \/>\nEs sei eine durch die Kredittheorie und langj\u00e4hrige Erfahrung erwiesene Norm, dass die Wertpapierm\u00e4rkte auf eine Krediterweiterung sehr viel z\u00fcgiger als die Warenm\u00e4rkte reagierten. <\/p>\n<p>So k\u00f6nne man denn abschlie\u00dfend feststellen, dass eine Kreditexpansion zusammen mit einer ausgedehnten Investitionst\u00e4tigkeit zu einer Erweiterung der &#8222;fl\u00fcssigen&#8220; Mittel innerhalb der Kreditwirtschaft und damit wesentlich zu einer Konsolidierung des Bankwesens beitragen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Dies w\u00e4re dann zusammen mit den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen solcher Ma\u00dfnahmen eine entscheidender Beitrag zur Beendigung der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Bankenkrise\" title=\"Deutsche Bankenkrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Deutschen Bankenkrise<\/a> und somit ein wichtiger Faktor f\u00fcr die \u00dcberwindung der Auswirkungen der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltwirtschaftskrise\" title=\"Weltwirtschaftskrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Weltwirtschaftskrise<\/a> gewesen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon bei der Vorlage seines Plans zur Bek\u00e4mpfung der Auswirkungen der Weltwirtsschaftskrise im Deutschen Reich im September 1931 ahnte Wilhelm Lautenbach bereits, dass er es gegen die \u00fcblichen Bedenkentr\u00e4ger nicht leicht haben w\u00fcrde. So erg\u00e4nzte er seinen Vorschlag zur Konjunturankurbelung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[33,34,27,36,18],"class_list":["post-163390","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","tag-deflation","tag-inflation","tag-investition","tag-lautenbach","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=163390"}],"version-history":[{"count":46,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":226304,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163390\/revisions\/226304"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=163390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=163390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=163390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}