{"id":15654,"date":"2014-02-25T07:06:02","date_gmt":"2014-02-25T06:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=15654"},"modified":"2014-02-25T07:06:02","modified_gmt":"2014-02-25T06:06:02","slug":"gerechtes-remis-im-rasenschach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/gerechtes-remis-im-rasenschach\/","title":{"rendered":"Gerechtes Remis im Rasenschach"},"content":{"rendered":"<p>Tja, da war es dann wohl nichts mit dem f\u00fcnften Sieg in Folge.<br \/>\nDer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1._FSV_Mainz_05\" title=\"1. FSV Mainz 05 \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">FSV Mainz 05<\/a> unter Trainer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Tuchel\" title=\"Thomas Tuchel \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Thomas Tuchel<\/a> trotzte dem FC Schalke ein nicht unverdientes Remis in einer Begegnung ab, die eher an Rasenschach denn an ein Fu\u00dfballspiel erinnerte.<\/p>\n<p><center><a title=\"Knight-chess von Ricardo630 (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AKnight-chess.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Knight-chess\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/84\/Knight-chess.jpg\/512px-Knight-chess.jpg\"\/><\/a><\/center><\/p>\n<p>Damit will ich aber keineswegs sagen, dass dieses Spiel jetzt langweilig gewesen w\u00e4re, eher im Gegenteil. F\u00fcr ein 0:0 bot die Partie durchaus kurzweilige Unterhaltung, es gab h\u00fcben wie dr\u00fcben auch einige echte Torchancen.<\/p>\n<p>Doch vor allem im taktischen Bereich war die Begegnung Schalke gegen Mainz ein echter Leckerbissen.<br \/>\nDer Mainzer Trainer lieferte ein Paradebeispiel daf\u00fcr ab, wie man eine eigentlich spielerisch und technisch unterlegene Mannschaft mit bestimmten Kniffen in einen gleichwertigen Gegner verwandeln kann.<br \/>\nEs war schon beeindruckend, wie die Mainzer mit einem aggressiven Pressing ein ums andere Mal den Schalker Spielaufbau sehr effektiv st\u00f6rten und zeitweilig sogar fast komplett unterbanden.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Vor allem im Zentrum, wo in den letzten Spielen der Blauen in erster Linie Kevin-Prince Boateng die wichtigste Schaltstelle im Spiel nach vorn war, gelang der Truppe von Coach Jens Keller so gut wie nichts.<br \/>\nDer ghanaische Nationalspieler wurde von den Mainzern nahezu komplett aus dem Spiel genommen, seine gef\u00fcrchteten, sonst sehr pr\u00e4zisen Seitenwechsel fanden quasi nicht statt. Da auch Roman Neust\u00e4dter weitestgehend offensiv isoliert und ansonsten mit Defensivaufgaben besch\u00e4ftigt war, hingen vor allem Max Meyer und Klaas-Jan Huntelaar \u00fcberwiegend in der Luft.<\/p>\n<p>Ebenso erging es h\u00e4ufig den Fl\u00fcgeltandems Hoogland\/Farfan rechts und Kolasinac\/Goretzka links. Da wie bereits erw\u00e4hnt die \u00fcberraschenden Flankenwechsel zumeist fehlten, blieb ihnen viel zu oft nichts anderes als ein Anrennen gegen eine bestens formierte Au\u00dfenverteidigung \u00fcbrig.<\/p>\n<p>M\u00fc\u00dfig w\u00e4re es hier dar\u00fcber nachzusinnen, wie es vor allem auf rechts mit Atsuto Uchida anstelle des doch oft h\u00f6lzern wirkenden Tim Hoogland gelaufen w\u00e4re. Der Japaner, dessen St\u00e4rken zweifelsohne in der Offensive liegen, h\u00e4tte wom\u00f6glich im eingespielten Verbund mit Jefferson Farfan wesentlich mehr Druck nach vorn generieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ganz anders als z. B. Hannover 96 verteidigten die Mainzer sehr hoch und versuchten selbst \u00fcber h\u00e4ufigen Ballbesitz zum Erfolg zu kommen. Dass dies letzlich nicht gelang, hatten die Schalker vor allem dem exzellenten Schlu\u00dfmann Ralf F\u00e4hrmann zu verdanken, der mindestens zwei Mal hundertprozentige Torchancen zunichte machte.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite imponierte mir aber auch das disziplinierte Auftreten der Schalker, die sehr fr\u00fch feststellen mussten, dass es an diesem Tag gegen die Tuchel-Truppe nicht leicht werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>So verlegte man sich vor allem auf die individuellen F\u00e4higkeiten von Meyer, Farfan und Goretzka, da der schnelle Spielaufbau gegen die gut stehende Mainzer Defensive nicht wirklich funktionierte.<br \/>\nDas Warten auf die Fehler des Gegners h\u00e4tte dann auch fast die Entscheidung gebracht, als der Mainzer Keeper Karius Max Meyer den Ball mit einer mi\u00dfgl\u00fcckten Abwehr fast auf den Fu\u00df legte.<\/p>\n<p>Gerade in der zweiten Halbzeit erh\u00f6hten die Blau-Wei\u00dfen den Druck, ohne dabei allerdings die Defensive zu sehr zu entbl\u00f6\u00dfen. Hier hat die Mannschaft von Jens Keller gegen\u00fcber der Hinrunde eigentlich am meisten gelernt.<br \/>\nEin kopfloses Anst\u00fcrmen, um unbedingt den entscheidenden Treffer zu erzielen, und damit dem Gegner die n\u00f6tigen R\u00e4ume f\u00fcr erfolgreiche Konter zu er\u00f6ffnen, hat Freitag nicht stattgefunden.<\/p>\n<p>Sicherlich fehlte bei den Aktionen der Schalker oft der letzte echte &#8222;Punch&#8220;, der absolute Wille, an diesem Tag den Platz als Sieger zu verlassen. M\u00f6glicherweise war da der eine oder andere Akteur doch schon im Hinterkopf beim Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid.  <\/p>\n<p>So musste der FC Schalke am Ende mit dem Unentschieden noch sehr zufrieden sein, denn die Mainzer waren \u00fcber weite Streckken tats\u00e4chlich gleichwertig und hatten selbst auch einige hochkar\u00e4tige Einschu\u00dfm\u00f6glichkeiten, die sie aber dank eines gl\u00e4nzend aufgelegten Ralf F\u00e4hrmann nicht nutzen konnten.<\/p>\n<p>Interessant war f\u00fcr mich dann noch der Wechsel von Max Meyer zu Julian Draxler. Damit hatte Jens Keller meines Erachtens eher selbst seine Mannschaft geschw\u00e4cht. Nicht nur dass Draxler die fehlende Spielpraxis aufgrund der langen Verletzungspause deutlich anzumerken war, auch die alte Diskussion, ob er \u00fcberhaupt auf der zentralen 10er-Position spielen sollte, flammte damit wieder auf.<\/p>\n<p>Momentan halte ich Meyer in dieser Rolle f\u00fcr so ziemlich unanfechtbar. Selbst wenn er mal einen schw\u00e4cheren Tag hat, ist er aufgrund seiner \u00fcberragenden Technik, Spielfreude und Laufbereitschaft immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut. Auch wenn Julian Draxler wieder richtig fit ist, glaube ich nicht, dass er auf der &#8222;10&#8220; noch an die F\u00e4higkeiten von Max Meyer heranreichen kann.  <\/p>\n<p>Doch nun gilt das Augenmerk ganz den Partien gegen Real Madrid und bei den Bayern aus M\u00fcnchen. Beide Mannschaften d\u00fcrften ganz anders agieren als der FSV Mainz 05.<br \/>\nIch bin mal gespannt, wie weit die momentan gute Form der Schalker da reichen wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja, da war es dann wohl nichts mit dem f\u00fcnften Sieg in Folge. 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