{"id":15398,"date":"2014-02-23T00:02:32","date_gmt":"2014-02-22T23:02:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=15398"},"modified":"2023-06-23T08:09:03","modified_gmt":"2023-06-23T06:09:03","slug":"die-krise-der-schwellenlaender-das-alte-problem-mit-carry-trades-und-flexiblen-wechselkursen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-krise-der-schwellenlaender-das-alte-problem-mit-carry-trades-und-flexiblen-wechselkursen\/","title":{"rendered":"Die Krise der Schwellenl\u00e4nder: das alte Problem mit Carry Trades und flexiblen Wechselkursen"},"content":{"rendered":"<p>Krise war gestern? Von wegen! Wer die aktuellen Schlagzeilen der letzten Wochen zu den fast panischen Vorg\u00e4ngen in vielen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwellenland\" title=\"Schwellenland \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwellenl\u00e4ndern<\/a> liest, bekommt wieder einmal vorgef\u00fchrt, dass die Finanzkrise mitnichten schon vorbei ist:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/07\/geldanlage-schwellenlaender-aktien\" title=\"Aktien: Anleger brauchen in Schwellenl\u00e4ndern Nerven | ZEIT ONLINE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aktien: Anleger brauchen in Schwellenl\u00e4ndern Nerven | ZEIT ONLINE<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/devisen-rohstoffe\/kapitalabfluesse-die-krise-springt-auf-weitere-schwellenlaender-ueber-12796832.html\" title=\"Kapitalabfl\u00fcsse: Die Krise springt auf weitere Schwellenl\u00e4nder \u00fcber  - Devisen &#038; Rohstoffe - FAZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kapitalabfl\u00fcsse: Die Krise springt auf weitere Schwellenl\u00e4nder \u00fcber  &#8211; Devisen &#038; Rohstoffe &#8211; FAZ<\/a><\/p>\n<p><center><a title=\"Euro-Wechselkurs zum S\u00fcdafrikanischen Rand by Gorgo [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEuro_exchange_rate_to_ZAR.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Euro exchange rate to ZAR\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b9\/Euro_exchange_rate_to_ZAR.svg\/512px-Euro_exchange_rate_to_ZAR.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Aufwertung des Euro-Wechselkurses zum S\u00fcdafrikanischen Rand<\/em><\/center><\/p>\n<p>Wieder einmal schaut man verwundert auf das Verhalten vieler Anleger. Galten die sogenannten Emerging Markets nicht vor kurzem noch als die Wachstumsregion schlechthin?<br \/>\nHatte nicht jeder Analyst diese L\u00e4nder auf dem Schirm, wenn es darum ging, gewinnbringende Anlageformen zu &#8222;erschlie\u00dfen&#8220;?<br \/>\nWaren die Schwellenl\u00e4nder nicht die Verhei\u00dfung f\u00fcr jeden Investor, der an der Niedrigzinspolitik der Industriestaaten f\u00f6rmlich verzweifelte?<\/p>\n<p>Doch was ist daraus geworden?<br \/>\n<!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Nun hei\u00dft es \u00fcberall pl\u00f6tzlich blo\u00df raus aus den W\u00e4hrungen der Entwicklungsl\u00e4nder: der argentinische Peso brach um fast 15 Prozent ein, der s\u00fcdafrikanische Rand, die t\u00fcrkische Lira, der brasilianische Real und andere W\u00e4hrungen folgten prompt und fast im Gleichschritt.<br \/>\nMilliarden wurden in den vergangenen Wochen aus den Entwicklungsl\u00e4ndern abgezogen. <\/p>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte folgten ebenfalls dieser Entwicklung, der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/MSCI_Emerging_Markets_Index\" title=\"MSCI Emerging Markets Index \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MSCI Emerging Markets Index<\/a> hatte bereits im ersten Halbjahr 2013 mit einer wilden Achterbahnfahrt auf die Turbulenzen der auf den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Devisenmarkt\" title=\"Devisenmarkt \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Devisenm\u00e4rkten<\/a> reagiert.<\/p>\n<p>Die Zentralbanken der betroffenen Staaten mussten eingreifen und mit rigorosen Ma\u00dfnahmen wie z. B. einer drastischen Erh\u00f6hung der Leitzinsen versuchen diese Entwicklungen einzud\u00e4mmen. <\/p>\n<p>Doch was waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese pl\u00f6tzliche Kapitalflucht?<\/p>\n<p>Nun hei\u00dft es, die Korruption und die Leistungsbilanzdefizite sowie die Auslandsschulden w\u00fcrden den Investoren Sorgen bereiten.<br \/>\nDoch diese Korruption und diese Defizite bzw. Schulden waren mehrheitlich auch schon vorhanden, als man sich zur Anlage in den Schwellenl\u00e4ndern entschloss. Nur damals schenkte man diesen Tatsachen wenig Beachtung, ging es doch vor allem um die Chancen, die die M\u00e4rkte der aufstrebenden L\u00e4nder boten. Es muss daher andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Kapitalflucht geben, die oben genannten &#8222;hausgemachten&#8220; Probleme k\u00f6nnen lediglich einen Anlass darstellen, zur tats\u00e4chlichen Erkl\u00e4rung der erzeugten Turbulenzen taugen sie nicht. <\/p>\n<p><center><a title=\"Euro-Wechselkurs zur Indischen Rupie by Gorgo [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEuro_exchange_rate_to_INR.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Euro exchange rate to INR\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/ad\/Euro_exchange_rate_to_INR.svg\/512px-Euro_exchange_rate_to_INR.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Aufwertung des Euro-Wechselkurses zur Indischen Rupie<\/em><\/center><\/p>\n<p>In Wirklichkeit kann man die Zusammenh\u00e4nge leicht erkennen, wenn man sich die Mechanismen der Devisenm\u00e4rkte n\u00e4her anschaut:<br \/>\nW\u00e4hrend in den vergangenen Jahren die westlichen Industriel\u00e4nder unter den Auswirkungen der Finanzkrise litten und wirtschaftlich eher stagnierten, waren es die Schwellenl\u00e4nder in Asien und Lateinamerika, die davon relativ ungeschoren blieben und deren Konjunktur sich wesentlich besser entwickelte.<\/p>\n<p>Auf diesen fahrenden Zug sprangen die Spekulanten auf, um h\u00f6chstm\u00f6gliche Renditen zu erzielen. Zum Beispiel \u00fcber die sogenannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Currency_Carry_Trade\" title=\"Currency Carry Trade \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carry Trades<\/a>. Dabei wird das niedrige Zinsniveau in den USA, Europa oder Japan genutzt, um dort billig Kredite aufzunehmen und diese in h\u00f6herverzinsliche Anlagen der Schwellenl\u00e4nder zu investieren, vorzugsweise in ihre W\u00e4hrungen.<br \/>\nDie Zins-Differenz ist dabei der Gewinn der Spekulation, der umso h\u00f6her ausf\u00e4llt, wenn viele &#8222;Investoren&#8220; mit gro\u00dfen Summen einsteigen und der Wechselkurs der Schwellenland-W\u00e4hrung daraufhin noch steigt. <\/p>\n<p>Und hier kommt dann der Herdentrieb der Spekulation richtig zur Geltung. Werten die W\u00e4hrungen der Entwicklungsl\u00e4nder auf, bringt das immer mehr Investoren dazu, in diesen Markt einzusteigen und die Spirale noch weiter zu befeuern.<br \/>\nIrgendwann sind dann die Preise dieser W\u00e4hrungen soweit von ihren tats\u00e4chlichen Werten entfernt, dass eine entsprechende Gegenbewegung der Herde nur noch eine Frage der Zeit bzw. des richtigen Anlasses ist.<\/p>\n<p>In dem jetzigen Fall der Schwellenl\u00e4nder war es die Ank\u00fcndigung der amerikanischen Notenbank FED, ihre geldpolitische Lockerung zur\u00fcckzufahren. Als Folge dieser Ma\u00dfnahme erwartet man nun steigende Zinsen in den USA und damit einen R\u00fcckgang der lukrativen Zinsdifferenzen zu den Entwicklungsl\u00e4ndern.<br \/>\nDiese Furcht reichte schon aus, um eine Gegenreaktion der Spekulantenhorde auszul\u00f6sen. Aus der Angst vor dem Absturz wurde ein wirklicher Absturz. <\/p>\n<p><center><a title=\"Euro-Wechselkurs zum Brasilianischen Real by Gorgo [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEuro_exchange_rate_to_BRL.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Euro exchange rate to BRL\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/61\/Euro_exchange_rate_to_BRL.svg\/512px-Euro_exchange_rate_to_BRL.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Aufwertung des Euro-Wechselkurses zum Brasilianischen Real<\/em><\/center><\/p>\n<p>Mit offenbar verheerenden Folgen: durch die pl\u00f6tzliche Kapitalflucht st\u00fcrzten die W\u00e4hrungen f\u00f6rmlich ab und die Zentralbanken der betroffenen Staaten versuchten mit drastischen Zinserh\u00f6hungen die weitere Abwertung ihrer W\u00e4hrungen zu verhindern.<br \/>\nDie Auswirkungen dieser Ma\u00dfnahmen werden h\u00f6chstwahrscheinlich Kreditverteuerungen und schlechtere Wirtschaftsentwicklungen mit weiterer Kapitalflucht sein. <\/p>\n<p>Doch die Medien schweigen sich \u00fcber diese Form der Spekulation und die katastrophalen Folgen ihres Herdentriebs gr\u00f6\u00dftenteils aus. Aber warum?<\/p>\n<p>Nun, es geht dabei vor allem um den Umgang mit einem schier \u00fcberm\u00e4chtigen wissenschaftlichen Dogma: Dem Glauben an einen globalisierten &#8222;Markt&#8220; f\u00fcr Wechselkurse, der sich schon ganz von alleine regle. Wenn man diese Preise nur dem Markt \u00fcberlie\u00dfe, werde der schon den &#8222;Gleichgewichtskurs&#8220; finden.<\/p>\n<p>Diese Ansicht geht zur\u00fcck auf den Aufsatz &#8222;The Case for Flexible Exchange Rates&#8220; von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milton_Friedman\" title=\"Milton Friedman \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Milton Friedman<\/a>, mit dem dieser 1962 ausgerechnet die von John Maynard Keynes in der Weltwirtschaftskrise festgestellte Inflexibilit\u00e4t von Preisen und L\u00f6hnen als Haupthindernis f\u00fcr die Herstellung eines Gleichgewichts in den internationalen Handelsbeziehungen bezeichnete. Friedman zufolge g\u00e4be es daher nur ein Instrument, um einen st\u00f6rungsfreien internationalen Handel gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen: den flexiblen Wechselkurs. <\/p>\n<p><center><a title=\"Euro-Wechselkurs zur T\u00fcrkischen Lira by Gorgo [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEuro_exchange_rate_to_TRY.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Euro exchange rate to TRY\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/ed\/Euro_exchange_rate_to_TRY.svg\/512px-Euro_exchange_rate_to_TRY.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Aufwertung des Euro-Wechselkurses zur T\u00fcrkischen Lira<\/em><\/center><\/p>\n<p>Schon damals war die m\u00f6gliche Verzerrung der Wechselkurse durch Spekulation das wichtigste Gegenargument, mit dem Friedman konfrontriert wurde.<br \/>\nDoch er &#8222;widerlegte&#8220; diese Entgegnung mit der Behauptung, Spekulanten k\u00f6nnten nicht systematisch Verluste machen, da sie ansonsten aus dem Markt gedr\u00e4ngt w\u00fcrden. Daher sei die Spekulation nur dann erfolgreich, wenn sie den durch die realen Wirtschaftsbedingungen am Markt gebildeten Kurs richtig vorwegnehme.<\/p>\n<p>Da deshalb die Spekulationen h\u00f6chstens den Trend abbilden w\u00fcrden, aber nie gegen die realwirtschaftlichen Entwicklungen arbeiten w\u00fcrden, h\u00e4tten sie sogar eine stabilisierende Wirkung auf die Wechselkurse. Und deswegen sei auch nie mit einer starken \u00dcber- oder Unterbewertung einer W\u00e4hrung zu rechnen, die auf etwas anderem als auf den realwirtschaftlichen Beziehungen zweier Staaten beruhe.<\/p>\n<p>Doch bereits der R\u00fcckblick auf die Ereignisse rund um den &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzer_Donnerstag\" title=\"Schwarzer Donnerstag \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schwarzen Donnerstag<\/a>&#8220; 1929 an der New Yorker Aktienb\u00f6rse, welche die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltwirtschaftskrise\" title=\"Weltwirtschaftskrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltwirtschaftskrise<\/a> mit ausl\u00f6sten, zeigt, dass Devisen- und Wertpapierm\u00e4rkte nicht wie &#8222;normale&#8220; M\u00e4rkte funktionieren.<\/p>\n<p>In der realen Wirtschaft t\u00e4tige Subjekte k\u00f6nnen sich zudem der Teilnahme an den Finanzm\u00e4rkten nicht einfach entziehen, sie sind nun einmal auf die Devisenm\u00e4rkte angewiesen und daher nicht in der Lage, sich gegen Wechselkursrisiken l\u00e4ngerfristig ohne gr\u00f6\u00dfere Kosten abzusichern. Durch Spekulation verzerrten Kursen k\u00f6nnen sie nicht beliebig lange ausweichen und sind daher gezwungen, Transaktionen zu Wechselkursen durchzuf\u00fchren, die nicht dem Wert entsprechen, der urspr\u00fcnglich Grundlage dieser Handlungen zu Beginn ihrer Gesch\u00e4fte war.<\/p>\n<p>In diesen F\u00e4llen bezahlen daher die in der eigentlichen Wirtschaft T\u00e4tigen die Zeche f\u00fcr die Spekulanten, weil sie bei flexiblen Wechselkursen eben nicht gegen solche ung\u00fcnstigen Konstellationen abgesichert sind.<br \/>\nAu\u00dferdem sind auch Unternehmer, die sich gegen diese Wechselkursrisiken ausreichend abgesichert haben, trotzdem gef\u00e4hrdet, wenn ihnen der Markt im Ausland aufgrund einer durch eine spekulationsbedingte falsche Bewertung der W\u00e4hrung gesamtwirtschaftlichen Krise wegbricht.  <\/p>\n<p><center><a title=\"Euro-Wechselkurs zum Russischen Rubel by Gorgo [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEuro_exchange_rate_to_RUB.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Euro exchange rate to RUB\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/7\/7c\/Euro_exchange_rate_to_RUB.svg\/512px-Euro_exchange_rate_to_RUB.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Aufwertung des Euro-Wechselkurses zum Russischen Rubel<\/em><\/center><\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finanzkrise\" title=\"Finanzkrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzkrisen<\/a> der 1990er Jahre in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tequila-Krise\" title=\"Tequila-Krise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mexiko<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asienkrise\" title=\"Asienkrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asien<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russlandkrise\" title=\"Russlandkrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brasilienkrise\" title=\"Brasilienkrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brasilien<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Argentinien-Krise\" title=\"Argentinien-Krise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Argentinien<\/a> waren allesamt auch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%A4hrungskrise\" title=\"W\u00e4hrungskrise \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">W\u00e4hrungskrisen<\/a>, bei denen sich Banken und Hedgefonds auf dem R\u00fccken der Entwicklungsl\u00e4nder systematisch Geld verdienten. <\/p>\n<p>Doch diese Erkenntnisse sind nicht mit dem Dogma der herrschenden Wirtschaftswissenschaften vom perfekten Markt vereinbar. Daher wird lieber jeder Versuch der Politik, durch Interventionen an den M\u00e4rkten die Wechselkurse wieder auf auf ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df zu bringen, heftigst kritisiert, anstatt \u00fcber eine Neuregelung von Spekulation und &#8222;Carry Trades&#8220; nachzudenken, oder noch besser, eine neue globale Finanzarchitektur zu schaffen.<\/p>\n<p>Wieder einmal sind daher die Schwellenl\u00e4nder die &#8222;Opfer&#8220; der Freiheit der M\u00e4rkte. Diese aber produzieren heute einen gro\u00dfen Teil der Weltwirtschaftsleistung, \u00fcberwiegend finanziert \u00fcber Leistungsbilanzdefizite.<br \/>\nEine erneute Krise dieser Staaten w\u00fcrden deshalb auch die Hauptexportl\u00e4nder treffen, allen voran nat\u00fcrlich Deutschland. Nach dem Nachfrage-Ausfall der Euro-Krisenl\u00e4nder sind Asien und Lateinamerika neben den USA die Hauptkunden deutscher Unternehmen.<\/p>\n<p>Was da ein R\u00fcckgang der Wirtschaftsleistung der Entwicklungsl\u00e4nder f\u00fcr den deutschen Export bedeuten k\u00f6nnte, muss wohl nicht wirklich n\u00e4her erl\u00e4utert werden.  <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krise war gestern? Von wegen! 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