{"id":10647235,"date":"2019-06-04T07:00:58","date_gmt":"2019-06-04T05:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=10647235"},"modified":"2026-04-14T14:24:19","modified_gmt":"2026-04-14T12:24:19","slug":"das-schulden-mysterium-warum-sich-das-am-hoechsten-verschuldete-land-als-erstes-industrialisierte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/das-schulden-mysterium-warum-sich-das-am-hoechsten-verschuldete-land-als-erstes-industrialisierte\/","title":{"rendered":"Das Schulden-Mysterium: Warum sich das am h\u00f6chsten verschuldete Land als Erstes industrialisierte"},"content":{"rendered":"<p>Sind Staatsschulden wirklich so schlimm? In diesem Beitrag werden die hohe Verschuldung, die raschen Steuererh\u00f6hungen und der st\u00e4ndige Kriegszustand, die zur industriellen Revolution in Gro\u00dfbritannien gef\u00fchrt hatten, n\u00e4her durchleuchtet. <\/p>\n<p><center><a title=\"It&#039;s No Game, CC BY 2.0 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0&gt;, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bank_of_England_%26_the_City_(49121788047).jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Bank of England &amp; the City (49121788047)\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/e\/e2\/Bank_of_England_%26_the_City_%2849121788047%29.jpg\"><\/a><br \/>\n<em>Threadneedle Street in der City of London mit der Eingangsfassade<br \/>\nder Bank of England links und der Royal Exchange rechts<\/em><\/center><\/p>\n<p>Dabei zeigt sich, dass der Teufel bei der Beurteilung der Staatsverschuldung eher im Detail liegt. Wenn wir die Gefahren von Schulden in der heutigen Welt betrachten, sollten wir auch deren potenziellen Nutzen im Auge behalten.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Hohe Schulden, schnell steigende Steuern, st\u00e4ndige und teure Kriege, eine Schuldenlast von \u00fcber 200% des BIP. Wie stehen die Chancen, dass ein Land mit solchen Merkmalen schnell w\u00e4chst? Fast jeder w\u00fcrde wahrscheinlich &#8222;keine&#8220; sagen.<\/p>\n<p>Und genau dies sind die Bedingungen, unter denen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Industrielle_Revolution\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Industrielle Revolution<\/a> in Gro\u00dfbritannien stattfand. Die Staatsverschuldung Gro\u00dfbritanniens stieg von 5% des BIP im Jahr 1700 auf \u00fcber 200% im Jahr 1820. In einem von drei Jahren hatte man Kriege gef\u00fchrt (die meisten von ihnen mit keinem oder nur einem geringen wirtschaftlichen Nutzen) und die Steuern stiegen dabei rasch an, aber eben nicht schnell genug, um Schritt mit dem Anstieg der Ausgaben halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt, wie der Krieg die Ausgaben in die H\u00f6he getrieben und zu einer massiven Schulden-akkumulation gef\u00fchrt hatte &#8211; die grau hinterlegten Bereiche weisen auf Kriege hin und sind f\u00fcr fast alle Schuldenerh\u00f6hungen verantwortlich. <\/p>\n<p>Im selben Zeitraum zog Gro\u00dfbritannien einen Gro\u00dfteil seiner Bev\u00f6lkerung aus der Landwirtschaft in Industrie und Dienstleistungen &#8211; aus dem Land in die St\u00e4dte. Die Bev\u00f6lkerung wuchs rasch und die Industrieproduktion nahm zu (<a href=\"https:\/\/econpapers.repec.org\/article\/cupjechis\/v_3a47_3ay_3a1987_3ai_3a03_3ap_3a790-792_5f04.htm\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Crafts 1985<\/a>). Gro\u00dfbritannien l\u00f6ste damit als erstes Land die Fesseln des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Robert_Malthus\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Malthusianischen<\/a> Regimes.<\/p>\n<p>Bislang haben Wissenschaftler die Auswirkungen der staatlichen Kreditaufnahme auf das Wachstum zumeist als neutral oder negativ betrachtet. Eine prominente Meinung vertrat die Ansicht, dass die Investitionen in die Privatwirtschaft h\u00f6her gewesen w\u00e4ren, wenn Gro\u00dfbritannien weniger gek\u00e4mpft und weniger Kredite aufgenommen h\u00e4tte (<a href=\"https:\/\/econpapers.repec.org\/article\/cupjechis\/v_3a44_3ay_3a1984_3ai_3a03_3ap_3a687-712_5f03.htm\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Williamson 1984<\/a>). <\/p>\n<p>Ein weiteres Argument lautet, dass private Sparentscheidungen die potenziell negativen Auswirkungen einer massiven Kreditaufnahme aufgehoben h\u00e4tten. Da Schulden letztendlich zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssten, erwarteten private Wirtschaftssubjekte in der Zukunft steigende Steuern und neutralisierten somit die Auswirkungen der Schuldenakkumulation (<a href=\"https:\/\/ideas.repec.org\/a\/eee\/moneco\/v20y1987i2p221-247.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Barro 1990<\/a>).<\/p>\n<p><b>Die Revolution die keine war<\/b><br \/>\nIn einem k\u00fcrzlich erschienenen Artikel argumentierten wir dagegen, dass die Kredit-aufnahme in Gro\u00dfbritannien tats\u00e4chlich gut f\u00fcr das Wachstum war (<a href=\"https:\/\/cepr.org\/active\/publications\/discussion_papers\/dp.php?dpno=10652\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Ventura und Voth 2015<\/a>). Um zu verstehen, warum der massive Schuldenaufbau die industrielle Revolution m\u00f6glicherweise beschleunigt hatte, mussten wir zun\u00e4chst pr\u00fcfen, was in einer Wirtschaft h\u00e4tte geschehen sollen, in der Unternehmer pl\u00f6tzlich anfangen, eine neue Technologie mit hohen Renditen zu nutzen. <\/p>\n<p>Normalerweise w\u00fcrde man davon ausgehen, dass das Kapital diesen Anlagem\u00f6glichkeiten nachjagt. Jeder, der Geld hatte, sollte versucht haben seine Ersparnisse in neue Baumwollfabriken, Eisen-gie\u00dfereien und Keramikhersteller zu stecken. Wo sie nicht \u00fcber das Fachwissen verf\u00fcgten, um es direkt anzulegen, sollten Banken und Aktiengesellschaften die Mittel recycelt haben, um Ersparnisse dorthin zu lenken, wo die Ertr\u00e4ge am h\u00f6chsten waren.<\/p>\n<p>Das aber ist gerade nicht passiert. Die Finanzintermediation war kl\u00e4glich unzureichend &#8211; sie schickte das Geld nicht dahin, wohin es eigentlich h\u00e4tte hin gehen sollen. Ein prominenter Historiker der britischen Industriellen Revolution erkl\u00e4rte das so:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Reservoirs an Ersparnissen waren voll genug, aber es gab nur wenige und magere Wege, um sie mit den R\u00e4dern der Industrie zu verbinden. \u00dcberraschenderweise fand nur ein geringer Teil [des britischen] Reichtums Einzug in die neuen Industrieunternehmen&#8230;&#8220; <em>(<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2590027?seq=1#page_scan_tab_contents\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Postan 1935<\/a>)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Daf\u00fcr gab es viele Gr\u00fcnde, doch eine bewusste finanzielle Repression durch die Regierung war einer von ihnen. Wucherlimits, der Bubble Act, die Sechs-Partner-Regel, welche die Gr\u00f6\u00dfe der Banken einschr\u00e4nkte &#8211; alle waren dazu gedacht, die private Vermittlung einzuschr\u00e4nken, teilweise um der Regierung den Zugang zu Geldern zu erleichtern (<a href=\"https:\/\/eh.net\/book_reviews\/prometheus-shackled-goldsmith-banks-and-englands-financial-revolution-after-1700\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Temin und Voth 2013<\/a>).<\/p>\n<p>Ohne effektive Vermittlung mussten sich die neuen Sektoren selbst finanzieren. Die Renditen blieben hoch, da zu wenig frisches Kapital zur Verf\u00fcgung stand, um die turmhohen Ertr\u00e4ge abzusch\u00f6pfen. Robert Allen zufolge wuchs die Gewinnquote des Kapitals von 10% in den 1770er Jahren auf \u00fcber 20% in den 1830er Jahren &#8211; der Kapitalanteil des Volkseinkommens hatte sich mehr als verdoppelt (<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/5218369_Engel's_Pause_A_Pessimist's_GUide_to_the_British_Industrial_Revolution\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Allen 2009<\/a>).<\/p>\n<p><b>Warum die Verschuldung geholfen hat<\/b><br \/>\nDie Ineffizienz der privaten Vermittlung ist entscheidend, damit Schulden eine vorteilhafte Rolle spielen k\u00f6nnen. Mit der massiven Ausgabe von Anleihen hatte die Regierung dagegen einen effektiven Weg gefunden, wenn auch eher unbeabsichtigt Geld in die Taschen der Unternehmer in den neuen Sektoren zu stecken.<\/p>\n<p>Wie hatte sie das geschafft? Vor der Verf\u00fcgbarkeit von Staatsschulden investierten die Reichen und M\u00e4chtigen Gro\u00dfbritanniens &#8211; der Adel &#8211; \u00fcberwiegend in Landbesitz und die Aufwertung von L\u00e4ndereien. Der Status war eng mit dem Land verbunden, aber die Veredelung des Grund und Bodens stellte kein profitables Unterfangen dar. <\/p>\n<p>Viele dieser Anlageformen erzielten nur eine Rendite von 2% oder weniger. Kein Wunder, dass die Adligen von den Investitionen in Landbesitz nicht begeistert waren: In den 1750er-Jahren wechselten die ersten Adligen massiv aus dem Grundbesitz in die Staatsverschuldung. <\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Peel\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Premierminister Sir Robert Peel<\/a> \u00e4u\u00dferte sich dazu: &#8222;Jeder Landbesitzer sollte genau so viel seines Verm\u00f6gens (wie in seinen Grundbesitz) in Staatsanleihen oder anderen Wertpapieren halten&#8230;&#8220; (<a href=\"https:\/\/global.oup.com\/academic\/product\/marriage-debt-and-the-estates-system-9780198203988?cc=de&#038;lang=en&#038;\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Habbakuk 1994<\/a>). <\/p>\n<p>Viele Adlige sahen sich gezwungen zu Verm\u00f6genswerten mit \u00fcberlegenen Rendite-Risiko-Profilen zu wechseln. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/William_Monson,_1st_Viscount_Oxenbridge\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Lord Monson<\/a> hatte es so formuliert: \u201eWas f\u00fcr eine h\u00f6llische Langeweile bietet denn der Landbesitz? Es kann nicht einmal ein bestimmtes Einkommen darauf angerechnet werden. Ich hoffe, Ihre zuk\u00fcnftige Frau wird Staatsanleihen besitzen&#8230;\u201d (Thompson 1963).<\/p>\n<p>Die Verlagerung von Investitionen vom D\u00fcngen, Aufbereiten, Entw\u00e4ssern und Einfrieden von Grundst\u00fccken in staatliche Schulden befreite Ressourcen &#8211; Arbeitskr\u00e4fte, die auf dem Land nicht mehr gewinnbringend eingesetzt werden konnten mussten anderswo nach Arbeit suchen. <\/p>\n<p>Da so viel landwirtschaftliche Arbeit in England von Lohnarbeitern geleistet wurde, vertrieb der Wechsel zur Staatsverschuldung die Arbeiter vom Land. Es \u00fcberrascht daher nicht, dass die L\u00f6hne nicht mit der Produktion Schritt halten konnten. <\/p>\n<p>Die realen L\u00f6hne, angepasst an die urbanen Missst\u00e4nde, sind in dem Zeitraum von 1750 bis 1830 sehr wahrscheinlich gesunken. Was das Leben f\u00fcr die Arbeiter ungl\u00fccklich machte, wie es <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Engels\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Engels<\/a> u. a. recht eloquent beschrieben hatten, war gleichzeitig ein echter Segen f\u00fcr die Kapitalisten. <\/p>\n<p>Ihre Profitraten stiegen weiter an, da das Kapital einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil vom Kuchen erhielt &#8211; w\u00e4hrend der Anteil des Nationaleinkommens durch Arbeit und Land schrumpfte. H\u00f6here Gewinne sorgten f\u00fcr mehr Investitionen in den neuen Branchen, und das industrielle Wachstum Gro\u00dfbritanniens beschleunigte sich.<\/p>\n<p>Indem wir die Schulden in den Mittelpunkt unserer Interpretation der Industriellen Revolution stellen k\u00f6nnen wir eine Reihe von Merkmalen, die bisher r\u00e4tselhaft erschienen, eindeutiger erkl\u00e4ren. Das Wachstum war vor allem am Anfang relativ gering (Crafts 1985) &#8211; der technologische Wandel erfolgte jedoch wahrscheinlich dennoch ziemlich rasch (<a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/journals\/journal-of-economic-history\/article\/two-views-of-the-british-industrial-revolution\/FCE8A579D906914C00E0FBECB948B383\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Temin 1997<\/a>). Die staatliche Kreditaufnahme verlangsamte zwar die Kapitalbildung an sich &#8211; doch der Strukturwandel fand in diesem gesamten Zeitraum trotzdem recht z\u00fcgig statt.<\/p>\n<p>Die Renditen in der Industrie fielen hoch aus, aber nur wenig Kapital folgte diesen Ertr\u00e4gen. Die L\u00f6hne konnten trotz der raschen Abwanderung vom Land in die St\u00e4dte nicht mit der Produktivit\u00e4t Schritt halten. <\/p>\n<p>Indem wir betonen, wie die Emission von Staatsanleihen die negativen Folgen von finanziellen Spannungen \u201eheilte\u201c, k\u00f6nnen wir nun genauer die Zusammenh\u00e4nge von raschen strukturellen Wandel und das langsame Lohn-Wachstum erkl\u00e4ren, schneller technologischer Wandel und schlechtes Lohnwachstum; massive staatliche Kreditaufnahme und der erste Start in nachhaltiges Wachstum.<\/p>\n<p><b>Good-bye nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Downton_Abbey\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Downton<\/a><\/b><br \/>\nDie Emission von Staatsschulden beschleunigte auch den sozialen Wandel &#8211; den Aufstieg der Kapitalisten und den Niedergang des Adels. Ohne sie w\u00e4ren die Profitraten in der Industrie geringer gewesen, und der Abstieg und Fall des Adels als vorherrschende Wirtschaftskraft h\u00e4tten viel l\u00e4nger gedauert.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung, die das schnellste Wachstum gew\u00e4hrleistet h\u00e4tte &#8211; ein wesentlich besser funktionierendes Finanzsystem &#8211; h\u00e4tte die soziale Hierarchie Englands vollst\u00e4ndig bewahrt. Finanzinvestitionen des Adels w\u00e4ren \u00fcber Banken und den Aktienmarkt in neue Sektoren geflossen, so dass die oberen 1% hohe Renditen h\u00e4tten erzielen k\u00f6nnten. Der Aufstieg der Kapitalisten w\u00e4re lange verz\u00f6gert oder ganz vermieden worden.<\/p>\n<p><b>Das gr\u00f6\u00dfere Bild<\/b><br \/>\nWie viel von der Situation im industrialisierten England hat f\u00fcr die heutige Welt eine Relevanz? Ist dies eine Geschichte von einer fernen Insel und aus einer Zeit, von der wir wenig wissen &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Neville_Chamberlain\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">frei nach Neville Chamberlain<\/a> &#8211; oder enth\u00e4lt sie gar Lektionen f\u00fcr die Gegenwart? Finanzielle Friktionen sind auch in den am meisten entwickelten L\u00e4ndern heute noch durchaus sehr ausgepr\u00e4gt. <\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen der Rentabilit\u00e4t revolution\u00e4rer Sektoren sollten eigentlich prim\u00e4re Auswirkungen auf die langfristige Wachstumsrate haben. Die Ausgabe von Staatsschulden k\u00f6nnte dabei immer noch Investitionen verdr\u00e4ngen, die sich insgesamt als ineffizient erweisen.<\/p>\n<p>Diese effizienzsteigernden Effekte der Staatsverschuldung k\u00f6nnten in Entwicklungs-l\u00e4ndern noch sehr viel bedeutender sein. Dort k\u00f6nnten die zus\u00e4tzlichen Vorteile der Schulden, die wir hier gar nicht besprochen haben &#8211; etwa die Bereitstellung eines sicheren Wertspeichers und eine gewisse Liquidit\u00e4tsquelle (<a href=\"https:\/\/www.journals.uchicago.edu\/doi\/abs\/10.1086\/250001\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Holmstrom und Tirole 1998<\/a>) &#8211; die Gesamtwertung noch st\u00e4rker zugunsten der Kreditaufnahme durch die Regierung verschieben. <\/p>\n<p>Dies bedeutet nicht, dass die Schulden unbegrenzt steigen d\u00fcrfen (<a href=\"https:\/\/press.princeton.edu\/titles\/8973.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Reinhart und Rogoff 2009<\/a>) &#8211; aber wenn wir die Gefahren der Verschuldung in Betracht ziehen, sollten wir auch deren potenziellen Nutzen im Auge behalten.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung einer <a href=\"https:\/\/voxeu.org\/article\/debt-miracle-why-country-borrowed-most-industrialised-first\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kolumne<\/a> der beiden \u00d6konomen Jaume Ventura und Joachim Voth)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Staatsschulden wirklich so schlimm? 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